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Artikel: Reiseziele, die in Vergessenheit geraten sind

Travel

Reiseziele, die in Vergessenheit geraten sind

Verlassene Hotels, verfallende Gebäude, menschenleere Straßen – und die Natur, die sich die Stadt Stück für Stück zurückholt. Kaum vorstellbar, dass einst Schauspieler, Aristokraten und Wirtschaftsmagnaten aus aller Welt hier ihren Urlaub verbrachten, um zur Ruhe zu kommen. Und wenn man Fotos aus jener Zeit sieht, erscheint es noch unglaublicher, dass die Menschen irgendwann einfach aufgehört haben, dorthin zu reisen.

Beirut, Libanon

Beirut – einst als das Paris des Nahen Ostens gefeiert – war früher eine der beliebtesten Metropolen am Mittelmeer. Wohlhabende westliche Reisende kamen in die libanesische Hauptstadt und schätzten die einzigartige Verbindung aus mediterraner Eleganz und orientalischer Kultur. Der Libanon galt als echter Schmelztiegel und bot zahlreiche ikonische Hotels und Sehenswürdigkeiten. Doch der libanesische Bürgerkrieg traf Beirut mit voller Wucht: Die Frontlinie verlief mitten durch das Stadtzentrum und brachte Gewalt, Zerstörung und tiefe Verwundungen. Seit den frühen 2000er-Jahren hat der Tourismus zwar wieder angezogen, doch vom Glanz und internationalen Renommee der Mitte des 20. Jahrhunderts ist Beirut noch weit entfernt.

 

Acapulco, Mexiko

Heute holen sich Menschen ihre Reiseinspiration bei Influencern auf Instagram – und im Grunde war das vor 100 Jahren nicht anders. Instagram gab es natürlich noch nicht, Influencer aber sehr wohl. Einer von ihnen war der Prince of Wales, der spätere König Edward VIII. und Onkel von Queen Elizabeth II. Er besuchte Acapulco im Jahr 1920, schwärmte in Europa von dem Ort – und seine Freunde folgten ihm an diese traumhafte Küste am Pazifik. Hotels wie El Mirador oder Los Flamingos entstanden, und Hollywood-Stars wie Johnny Weissmuller, John Wayne und Clark Gable verbrachten ihre Ferien in Acapulco. Doch dann kamen die Drogen – und mit ihnen die Gewalt. Heute zählt Acapulco zu den gewaltgeprägtesten Städten der Welt, und der internationale Jetset hat sich längst andere Rückzugsorte gesucht.

 

Plymouth, Montserrat

Montserrat liegt in der Karibik, ist ein Britisches Überseegebiet und deshalb besonders bei Briten beliebt – jedenfalls bei denen, die sich eine Reise oder sogar ein Haus dort leisten konnten. Einer von ihnen war George Martin, der legendäre britische Musikproduzent, der wegen seiner Arbeit mit den Beatles oft als „fünfter Beatle“ bezeichnet wurde. 1979 errichtete er in Plymouth, der damaligen Hauptstadt Montserrats, ein Tonstudio und empfing dort Musiker wie Paul McCartney, The Police und Dire Straits, die auf der kleinen Insel unter anderem „Money for Nothing“ aufnahmen. In den 1990er-Jahren kam der Tourismus jedoch abrupt zum Erliegen, als der Vulkan Soufrière Hills große Teile der Insel und die Hauptstadt zerstörte, die heute als Geisterstadt gilt.

 

Varosha, Zypern

Varosha war einst das touristische Herz von Famagusta, einer der wichtigsten Städte Zyperns, und seine Geschichte erinnert in vielem an Beirut. Anfang der 1970er-Jahre gehörte Varosha zu den gefragtesten Reisezielen der Welt. Stars wie Richard Burton, Elizabeth Taylor oder Brigitte Bardot genossen hier das Flair der Côte d’Azur – mit großen Hotels, Bars und Theatern direkt am Meer. Doch 1975 marschierte die türkische Armee auf der Insel ein und machte Varosha zum Sperrgebiet. Seitdem verfallen die einst prachtvollen Hotelanlagen, während die Natur beginnt, sich das Areal zurückzuerobern.

 

Marbella, Spanien

Ja, Marbella ist bis heute ein beliebter Urlaubsort – aber Hand aufs Herz: Mit dem legendären Jetset-Hotspot der 1960er- und 1970er-Jahre ist es nicht mehr zu vergleichen. Damals war Marbella noch ein kleines Dorf, bis Prinz Alfonso von Hohenlohe, Sohn eines bekannten deutschen Adelshauses, das berühmte Marbella Club Hotel eröffnete und seine prominenten Freunde einlud. Schon bald reisten Vertreter der europäischen Aristokratie an, darunter Fürst Rainier von Monaco und Grace Kelly, ebenso wie die Finanzelite mit Aristoteles Onassis oder Guy de Rothschild. Auch Hollywood-Größen wie James Stewart und Cary Grant machten Marbella zu ihrer Bühne unter der Sonne.



 

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