Coming-of-Age: 6 Romane über die Reise zum eigenen Ich
Der letzte Sommer voller Leichtigkeit, während die großen Fragen des Lebens bereits an uns nagen. Erste, unsichere Schritte in eine Erwachsenenwelt voller Zweifel und Übermut. Rückschläge, Neuanfänge und die Suche nach Sinn: Das Erwachsenenwerden ist erschöpfend, intensiv und voller prägender Erfahrungen, die uns zu dem machen, was wir heute sind. Die Protagonisten unserer Buchauswahl stecken mitten in dieser Suche. Wir empfehlen sechs der bewegendsten Coming-of-Age-Romane über den langen Weg zu sich selbst.

Die geheime Geschichte
Donna Tartt
Als der 20-jährige Richard Papen ein Stipendium für das exklusive Hampden College in Vermont erhält, taucht er ein in eine faszinierende Welt aus Bildung und Wohlstand. Er freundet sich mit einer verschworenen, mysteriösen Gruppe von Altphilologie-Studenten an, die ihn unweigerlich in ihren Bann ziehen. Doch schon bald bemerkt er erste Risse und ein dunkles Geheimnis, das Richard mit sich selbst konfrontiert. Donna Tartts bildgewaltige Sprache entwickelt in „Die geheime Geschichte“ einen regelrechten Sog. Durch subtile Anspielungen spannt sie ein Netz aus Lügen, Liebe und Verrat, in dem Erzähler Richard entscheiden muss, wer er im Leben sein will.
Die Mitte der Welt
Andreas Steinhöfel
Der 17-jährige Phil wächst als Außenseiter in einem kleinen Dorf in Süddeutschland auf. Er lebt in einer alten Villa am Dorfrand mit seiner verschlossenen Zwillingsschwester Dianne und seiner unkonventionellen Mutter Glass. Zwischen wechselnden Vaterfiguren und Familiengeheimnissen verliebt sich Phil in Nicholas – und so beginnt eine berührende Geschichte über die erste große Liebe, Familienbande und die Suche nach dem eigenen Ich. In „Die Mitte der Welt“ gelingt Andreas Steinhöfel ein zarter, authentischer und spannender Einblick in die Adoleszenz, der Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen anspricht.
Bis ich dich finde
John Irving
Von Europa über Kanada bis nach Hollywood: Grotesk, fantastisch und herzerwärmend erzählt Irving die Geschichte des Schauspielers Jack Burns und seine Suche nach seinem Vater. Wie in jedem Werk Irvings ist die Welt von „Bis ich dich finde“ bevölkert von starken Frauen und Müttern, Ringern, Prostituierten und abwesenden Vätern, zwischen denen Jack allmählich seinen Platz findet. Es gibt nur wenige Autoren, die so humorvoll und gleichzeitig mit so viel Tiefgang über das Leben in all seinem Wahnsinn und all seiner Schönheit schreiben. Jack Burns’ Suche nach „dem einen Menschen, der unserem Leben endlich einen Sinn gibt“, ist grandios.
Siddhartha
Hermann Hesse
Siddharthas Weg zur Erleuchtung gehört zu den bekanntesten Erzählungen von Hermann Hesse und fast jeder Schüler hat sie mindestens einmal gelesen. Dabei wird oft übersehen, dass die tiefsinnige Buddha-Legende ein klassischer Coming-of-Age-Roman ist. Durch die Loslösung des Helden von der Familie und gesellschaftlichen Konventionen ist „Siddhartha“ ein Buch über die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens und ein Appell, den eigenen Weg zu gehen. In einer klaren und eindringlichen Sprache nimmt uns Hermann Hesse mit auf eine Reise zum Sinn des Lebens.
Ein letzter Sommer
Steve Tesich
Daniel Price und seine Freunde Larry und Billy stehen kurz vor dem High-School-Abschluss. Es ist der Sommer 1960 in East Chicago und es bleiben nur noch wenige Monate, bis die Welt der Erwachsenen beginnt. Während Larry und Billy ihre ersten Entscheidungen treffen, verliebt sich der unentschlossene Daniel in die geheimnisvolle Rachel und stürzt in einen unbekannten Strudel intensiver Gefühle. Tesichs Debüt „Ein letzter Sommer“ (Originaltitel: Summer Crossing) wird oft mit Salingers Der Fänger im Roggen verglichen. Mit Daniel Price zeichnet Tesich einen zutiefst sensiblen, verletzlichen und intelligenten jungen Mann, der auf der Suche nach sich selbst mit den großen Themen des Lebens konfrontiert wird.
Tender Bar
JR Moehringer
Dieser autobiografische Roman spielt in der Bar „Dickens“. J.R. verbringt seine Kindheit vor dem Tresen dieser verrauchten amerikanischen Kneipe auf Long Island. In den Männern, die er an der Bar trifft, findet er allerlei Ersatzväter, die sein Leben prägen – vom Barkeeper Onkel Charlie bis zum Vietnam-Veteranen Cager. Die literarischen Memoiren des Journalisten und Pulitzer-Preisträgers J.R. Moehringer sind voller stiller Weisheit über die Schwierigkeit, seinen Platz im Leben zu finden. „Tender Bar“ spricht Ängste offen an und ermutigt dazu, für seine Träume zu kämpfen.


